Wie ich mir meine Arbeit introvertiertengerecht gestaltet habe

Gepostet von am Jan 25, 2019 in Introvertiertheit im Job | Keine Kommentare

Wie ich mir meine Arbeit introvertiertengerecht gestaltet habe

Seitdem ich mich selbstständig gemacht habe, kann ich viel mehr auf meine introvertierten Bedürfnisse eingehen und noch mehr mit meiner Introvertiertheit leben und nicht gegen sie.

Doch allein die Umstellung auf die Selbstständigkeit war es nicht, die mich dahin gebracht hat. Vielmehr habe ich durch Ausprobieren herausgefunden, welche Art der Arbeit tatsächlich zu mir passt.

Im heutigen Naturimpuls möchte ich Dich daher auf einen kurzen Einblick in meine Arbeitswelt einladen, um dich zu inspirieren, Dir auch Gedanken darum zu machen, wie Du leben und vor allem, wie Du arbeiten möchtest.

Als ich mich vor einigen Jahren selbstständig machte, wusste ich bereits, dass ich mir mehrere Standbeine erarbeiten wollte, um tatsächlich mein volles Interessensspektrum abzudecken.

Zum einen schreibe ich sehr gerne, bin kreativ und recherchiere auch gerne und viel, vor allem über Themen, die mich interessieren. Was lag da also näher, als mir als Autorin und freie Redakteurin zu den Themen Natur, Natur erleben, alternative Gesundheitsvorsorge, Naturspiritualität und natürlich auch Introvertiertheit einen Namen zu machen? Dieses Standbein blühte schon bald auf und ich bin heute noch stolz und glücklich, wenn ich wieder einen meiner Artikel in einem Magazin, einer Zeitschrift oder auch im Internet veröffentlicht sehe (und dazu natürlich auch noch das Honorar auf meinem Konto verbuchen kann).

Neben dem Schreiben, das einfach meine Leidenschaft ist, wollte ich jedoch auch introvertierte Menschen dazu ermutigen, mehr zu sich zu stehen und ihren leisen Weg zu gehen. Jedoch wusste ich auch damals schon genau, dass es mir nur begrenzt möglich sein würde, Kurse dazu zu geben. Dazu strengt mich einfach das Beisammensein mit vielen anderen Menschen zu sehr an.

Was also tun?

Da ich mich in meiner Selbstständigkeit zu verschiedenen Themen habe coachen lassen und das als eine sehr angenehme Form der Weiterentwicklung betrachte, entschied ich mich dazu, Einzel-Coaching für Introvertierte anzubieten. Und da ich mich ja gerne und viel in der Natur aufhalte, wollte ich diese Coachings nicht in einer Praxis anbieten, sondern beim Wandern oder Spazierengehen in der Natur.

Da ging auch eine Zeitlang ganz gut. Doch mehr und mehr bemerkte ich, dass mir die Termine und der zunehmende Termindruck zusetzten. Ich konnte also nicht noch mehr Coachings anbieten, ohne dabei mein erstes Standbein als Autorin aufgeben zu müssen. Und das wollte ich auf gar keinen Fall.

Denn in der Zwischenzeit hatte ich bemerkt, dass ich nahezu aufblühe, wenn ich in meinem „stillen, kleinen Kämmerlein“ vor mich hinarbeiten kann ohne Intervention von außen.

Von vielen, vor allem extrovertierten Zeitgenossen hört man ja, dass sie das gar nicht mögen und auch keine gute Arbeit leisten, wenn sie gezwungen sein sollten, sich in dieses besagte Kämmerlein zurückzuziehen. Doch für mich, und auch für sehr viele andere Introvertierte, ist diese Form der Arbeit genau das, was uns vielfach in einer Angestelltenposition fehlt. Alleine mit uns und unseren Gedanken und ohne Unterbrechung von außen können wir gute Arbeit leisten. Einfach, da keine zusätzliche Außenreize auf uns einprasseln.

Doch alleine in meiner Kammer, so dachte ich zumindest damals, kann ich ja keinen anderen Introvertierten darin unterstützen, seinen leisen Weg zu gehen. Oder doch?

Hier wurde ich dann auf Online-Kurse aufmerksam, die es mittlerweile wie Sand am Meer und in den vielfältigsten Ausprägungen gibt: Einmal als komplette Selbstlernkurse, bei denen man als Coach gar nicht in Erscheinung tritt und die Coachees „nur“ durch wertvolle Lektionen und/oder Handouts unterstützt, die diese eigenständig bearbeiten. Dann als Webinare, bei denen man als Coach sein Wissen in Form von Life-Tutorien weiterverbreitert. Und dann natürlich auch als Online-Kurs mit zusätzlicher 1:1-Begleitung.

Das war dann schließlich die Lösung meines Dilemmas: Ich konnte also nach wie vor in meinem „kleinen, stillen Kämmerlein“ arbeiten, so wenig Termine und damit auch Termindruck wie möglich haben, jedoch gleichzeitig andere introvertierte Menschen, sogar denjenigen, die nicht in meiner unmittelbaren Umgebung leben, mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen unterstützen.

Deswegen biete ich heutzutage nur noch sehr selten Coachings an, bei denen der Coachee sich zu mir begeben muss, sondern ich arbeite jetzt daran, demnächst den ersten Online-Kurs, der als kompletter Selbstlernkurs angelegt ist, auf den Markt zu bringen.

Auch die weiteren Kurse sind in Planung, welche dann allerdings mit 1:1-Coaching via E-Mail, Telefon und/oder Skype versehen sein werden.

Und mittlerweile fühlt sich diese Art der Selbstständigkeit für mich absolut „rund“ und stimmig an. Auch wenn es natürlich viel zu tun gibt.

Denn anders als die meisten der sogenannten „Experten“, die Coaches zur Entstehung von Online-Kursen verhelfen wollen und dabei anpreisen, dass es „ruck-zuck“ geht und man dadurch wenig bis gar keine Arbeit hat, ist das natürlich nicht so: Auch das Erstellen so eines Kurses erfordert Arbeit, angefangen bei der Erstellung der Materialien, über das Aufsetzen der entsprechenden Website bis hin zum Marketing (auch das geht übrigens introvertiertengerecht…). Aber es lohnt sich.

Ich beispielsweis bemerke geradezu, dass ich mich durch diese Entscheidung um einiges befreiter fühlte als noch zu der Zeit, als ich Coaching bei mir vor Ort angeboten habe.

Auch das Zusammenspiel und die Koordination der einzelnen Aufgaben aus meinen beiden Bereichen fällt mir durch diese Entscheidung um einiges leichter. Manchmal ist es so, dass ich mich in einer Woche fast ausschließlich meiner Tätigkeit als Autorin annehme, weil beispielsweise Abgabetermine anstehen. Dann gibt es aber auch wieder Wochen, wo ich fast keine Abgabetermine für diesen Bereich habe, so dass ich zum einen gut vorarbeiten kann, mich jedoch auch zum anderen um mein Standbein der Wegbegleiterin für introvertierte Menschen kümmern kann.

Ich bin sicher, dass es in den nächsten Jahren auch immer mal wieder zu einigen Anpassungen an meinen beiden Unternehmen kommen wird, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich immer die richtigen Entscheidungen treffen werde, um weiterhin authentisch meinen leisen Weg zu gehen.

Und ich bin sehr froh, dass Du ein Teil meines leisen Weges mit mir gehst.

Soweit jetzt der kurze Einblick in meine Arbeit und meine Unternehmen. Hast Du vielleicht auch ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich? Dann freue ich mich, wenn Du mir unter diesem Betrag einen Kommentar dazu hinterlässt.

Ich wünsche dir viele entspannte Natur-Momente mit Deiner Introvertiertheit,

Heidemarie

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