Wie die Natur uns Introvertierten auch in den kalten Monaten gut tut

Gepostet von am Nov 24, 2017 in Introvertiertheit und Natur | 2 Kommentare

Wie die Natur uns Introvertierten auch in den kalten Monaten gut tut

Zurzeit wird es jeden Tag dunkler und ungemütlicher. Das typische ungemütliche Herbstwetter hat Einzug gehalten. Selten hat man da noch Lust, nach draußen in die Natur zu gehen.

Warum Du es trotzdem tun solltest und wie die Natur uns Introvertierten auch jetzt gut tut und zur Seite steht, erzähle ich Dir in diesem Naturimpuls.

 

1) Innere Stärke aus der Natur ziehen

Wer wünscht sich das nicht: Krisen und Wiederstände schnell und scheinbar mühelos überwinden und sogar gestärkt daraus hervorgehen…

Einigen Menschen gelingt das ganz leicht. Danach gefragt, wie sie es geschafft haben, trotz der Krisen stark zu bleiben und unermüdlich weiterzumachen, wissen sie es oft nicht.

Untersuchungen in der Resilienzforschung versuchen genau das zu ergründen: Was macht einen Menschen stark und widerstandsfähig? Was treibt ihn an, trotz Krisen und Hindernissen immer weiterzumachen und nicht aufzugeben?

Die Ergebnisse aus diesen Forschungen sind sehr vielfältig und ähneln stark dem, was bereits Hildegard von Bingen als „Viriditas“, die Grünkraft, beschreibt. Das Wichtigste ist scheinbar, sich seiner eigenen inneren Ressourcen bewusst zu sein, damit diese bei Bedarf aktiviert werden können.

Ich höre jedoch von vielen introvertierten Menschen, dass sie nicht wissen, welche inneren Ressourcen sie tatsächlich haben. Geht es Dir auch so? Zweifelst Du auch ganz häufig an Dir, an Deiner Richtigkeit und stehst oft mutlos vor scheinbar unüberwindbar erscheinenden Herausforderungen?

In der Natur gibt es soetwas nicht. Hier findest Du ganz im Gegenteil ganz viele Beispiele für Resilienz: Ein Baum, vom Sturm umgeweht, treibt neu aus; ein Amselpärchen, dessen Nest und Brut durch eine freche Elster zerstört wurde, sucht sich ein neues Zuhause; an einer Steilwand mit nur wenig Boden zum Wachsen und Gedeihen, wachsen viele Pflanzen und sogar Bäume…

Gehe raus in die Natur und schaue Dich ganz genau um, was Du alles in Deiner Umgebung an Beispielen für Resilienz entdecken kannst. Überlege dabei, welche Schwierigkeiten und Hindernisse Du in der Vergangenheit bereits überwunden hast. Welche Deiner inneren Ressourcen und welche Deiner Stärken und Talente haben Dir dabei geholfen? Hatte das eventuell etwas mit Deiner Introvertiertheit zu tun (zum Beispiel haben wir Introvertierte ja die Angewohnheit, vieles ganz genau zu durchdenken, was uns sehr häufig zu sehr gut durchdachten Entscheidungen kommen lässt)? Kannst Du diese Stärken und Talente in der aktuellen Situation eventuell wieder aktivieren? Und was könntest Du jetzt tun, um einen Schritt voranzukommen?

 

2) Natur für das überreizte Introvertierten-Gehirn

Die Natur hat wohltuende Wirkungen sowohl auf uns als „Gesamtsystem Mensch“ als auch vor allem auf unser Gehirn. Nicht nur, dass wir uns nach einem kurzen Aufenthalt in der Natur wieder besser konzentrieren und fokussieren können, auch unser meist überreiztes Introvertierten-Gehirn kommt bei einem Spaziergang oder einer Wanderung in der Natur zur Ruhe.

Gerade wir Introvertierte brauchen ja sehr viele Rückzugsmöglichkeiten und Zeiten des Alleinseins, um unsere Akkus wieder aufzuladen und zu neuer Energie zu kommen. Und dabei ist es wichtig, dass wir während dieser Zeit so wenig neuen Imput von Außen erhalten wie möglich. Deswegen ist die Natur, gerade in den kalten Monaten, in denen sich nur noch wenige Menschen draußen in der Natur aufhalten, für solche Rückzüge wie geschaffen: Häufig sind wir in diesen (kalten) Monaten völlig allein auf weiter Flur und können so gut runterkommen, uns erholen und neue Energie tanken.

 

3) Die Natur als Coach

Außerdem kann Dir die Natur auch als Psychotherapeut oder Coach dienen. Wenn Du Dich in der Natur bewegst, kommst Du häufig auf ganz neue Gedanken. Oder in Dir kommen Gedanken hoch, die zwar meist schon lange in Dir geschlummert haben, die Du aber bislang tief in Dir vergraben hieltest.

Ich gehe beispielsweise immer, bevor ich eine neue Aufgabe angehe oder eine wichtige Entscheidung treffe, in den Wald. Hier purzeln mir quasi neue Ideen für die Herangehensweise an die Aufgabe nur so zu. Und auch Entscheidungen, die ich nach einem Aufenthalt im Wald getroffen habe, haben sich bislang immer als genau richtig und stimmig für mich herausgestellt.

In einem früheren Naturimpuls habe ich Dir verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie die Natur auch Dir Antworten auf Deine Fragen gaben kann: https://naturzeit-pflanzenwege.de/wie-du-in-der-natur-antworten-und-loesungen-findest/

 

4) Gesundheitsvorsorge aus der Natur

Die Natur hilft Dir jedoch nicht nur dabei, Deine Akkus aufzuladen und dein überreiztes Introvertierten-Gehirn zu beruhigen, auch Deiner Gesundheit hilft sie auf die Sprünge. Abgesehen davon, dass Du Dich sportlich betätigst und so Dein Fitnesslevel steigerst, wenn Du Dich in der Natur bewegst, kommt auch Dein Immunsystem in Schwung. In einem früheren Naturimpuls (https://naturzeit-pflanzenwege.de/natuerlich-gegen-stress/) hatte ich sie schon mal erwähnt: Die Phytonzide. Das sind flüchtige, aromatische Stoffe, die vor allem von den Blättern und Nadeln der Bäume in die Waldluft abgegeben werden und eigentlich den Bäumen und Pflanzen als Kommunikationsmittel dienen. Doch es wurde wissenschaftlich erwiesen, dass sie auch uns gut tun: Die Phytonzide „docken“ in unserem Immunsystem an und sorgen für einen Anstieg sowohl von Anzahl als auch Aktivität unserer „Killerzellen“, also der Zellen, die u.a. virusbefallene Zellen in unserem Körper unschädlich machen.

Zwar haben bereits viele Laubbäume ihre Blätter abgeworfen, doch finden sich in unseren Wäldern auch ganz viele Nadelbäume, deren Nadeln (welches strenggenommen auch Blätter sind) ebenfalls Phytonzide absondern. Natürlich ist die Konzentration an diesen Stoffen jetzt im Herbst in der Waldluft niedriger als im Sommer, wo sämtliche Bäume mit ihrem vollen Blättergewand glänzen. Nichtsdestotrotz ist die Konzentration an Phytonziden immer noch ausreichend, um Dein Immunsystem zu „puschen“ und Dich resistenter gegen Erkältungskrankheiten zu machen.

Auch wenn Du also so gar keine Lust hast, es draußen kalt ist und eventuell sogar Nebel durch den Wald wabert: Gehe trotzdem raus. Es lohnt sich!

 

5) Spiel und Spaß in der Natur

Die Natur tut uns Introvertierten grundsätzlich und allumfassend gut: Wir können auf einem Spaziergang oder einer Wanderung unsere Akkus wieder aufladen. Außerdem beschert uns die Natur mehr an Konzentration und Kreativität, puscht unser Immunsystem und fördert unsere psychische und physische Gesundheit. Zudem kostet sie noch nicht mal was und ist rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag, an 7 Tagen in der Woche – für uns da.

Wir können dabei einfach „nur“ in ihr spazieren gehen. Oder wir machen eine Wanderung. Auch Jogging, Nordic Walking o.ä. machen in einem Waldgebiet bzw. in einem Park viel mehr Spaß als in einem Wohnviertel bzw. neben einer befahrenen Straße.

Und auch der Spaßfaktor kommt in der Natur nicht zu kurz: Weißt du noch, wie gerne Du als Kind „Verstecken“ gespielt hast? Und wie toll Du Dich gefühlt hast, als Du Deine Freunde in ihren Verstecken aufgespürt hast? Die Tiere des Waldes spielen jetzt mit Dir: Welche kannst Du bei einer Wanderung entdecken? Lugt da zum Beispiel ein keckes Eichhörnchen hinter einem Baumstamm hervor? Versteckt sich dort ein lustiges Rotkehlchen in dem Gebüsch? Flitzte vorne am Weg eine kleine, flinke Spitzmaus noch schnell in ihr Versteck? Sei wach und schau Dich aufmerksam um. Wie bereits weiter oben schon geschrieben, beruhigt bereits die bloße Betrachtung einer natürlichen Landschaft unser ge- und teilweise über-reiztes Introvertierten-Gehirn.

Und natürlich kannst Du auch Deine Hobbies in der Natur „aufwerten“: Du fotografierst gerne? Dann nehme auf einer Deiner nächsten Wanderungen Deine Kamera mit und lass Dich vom Lichteinfall, von den Licht- und Schattenspielen oder einfach von besonderen Formen, die die Natur hervorgebracht hat, inspirieren.

Du malst oder schreibst gerne? Dann schau Dich mit wachem Verstand um: Die Natur kann Dein nächstes Motiv oder das nächste Thema für deine Geschichte oder Dein Gedicht sein.

Du bastelst gerne? Warum dann nicht mal Naturmaterialien verarbeiten? Hier findest Du einige Inspirationen: https://freshideen.com/dekoration/basteln-mit-naturmaterialien-herbst-deko.html

 

 

 

 

 

 

 

Ich hoffe, ich konnte Dir in diesem Naturimpuls zeigen, dass es sich auch in den kalten Monaten für Dich als Introvertierte lohnen kann, Dir Deine Natur(aus)zeiten einzurichten.

Damit wünsche ich Dir viele entspannte (und gar nicht so kalte) Natur-Momente,
Heidemarie

2 Kommentare

  1. Ich bin ein Naturmensch und komme trotzdem mit Lebenskrisen schlecht zu recht!

    • Hallo liebe Marion,
      kommst Du tatsächlich mit Lebenskrisen schlecht zurecht oder denkst Du das nur? Und was genau heißt für Dich schlecht? Nach meiner Erfahrung sind sehr viele Naturmenschen sehr selbstkritisch und denken häufig, „Aber das war doch nichts! Das hätte ja jeder andere auch gekonnt!“ Was für Dich also vielleicht bei einer Lebenskrise ein schlechtes Zurechtkommen ist, kann für jemand anderen schon extrem beeindruckend sein.
      Viele herzliche Grüße, Heidemarie

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.