Warum regelmäßige Pausen für Dich als Introvertierte so wichtig sind

Gepostet von am Nov 2, 2018 in Introvertiertheit | 2 Kommentare

Warum regelmäßige Pausen für Dich als Introvertierte so wichtig sind

Bist Du auch jemand, die/der Pausen eher ausfallen lässt, da sich die Arbeit auf dem Schreibtisch türmt oder Du schnell ein schlechtes Gewissen bekommst, da Deine Kollegen ja auch keine Pausen machen?

Dann ist dieser Naturimpuls perfekt für Dich. Denn hier erzähle ich Dir, warum du regelmäßig Pausen einlegen solltest, da sie gerade für uns Introvertierte absolut notwendig und wichtig sind.

 

1) Regelmäßige Pausen sind wichtig zur Regeneration

In früheren Naturimpulsen habe ich ja schon beschrieben, dass wir Introvertierte sehr sensibel auf Außenreizen reagieren: 3 Hauptmerkmale an denen Du erkennst, dass Du introvertiert bist, 3 Tipps, wie Du als Introvertierte mit Außenreizen umgehen kannst

Die Neurone in unseren Gehirnen reagieren bereits bei einem, für einen extrovertierten Menschen, nur geringen Außenreiz. Auch sind die Reaktionen der Neuronen bei uns Introvertierten bei Außenreizen um einiges höher und dauern auch länger an als bei unserer extrovertierten Umwelt.

Deswegen sind wir auch schneller müde, erschöpft und energielos und brauchen dann unbedingt eine Pause, um unsere Energiereserven (unsere inneren Akkus) wieder aufzufüllen. Wie sich diese starke Stimulation bei uns bemerkbar macht, ist von Introvertierten zu Introvertierten sehr unterschiedlich.

Was sich jedoch nicht unterscheidet ist das Rückzugsbedürfnis, welches wir Introvertierte nach einer (oder auch mehreren) Stimulationen haben. Und es ist wichtig, dass Du dieses Bedürfnis nicht ignorierst, sondern dem nachgehst und Dich aus einer für Dich anstrengenden Situation rausziehst. Und so Dir Deine Pause nimmst.

Wenn Du das nicht tust, wirst Du irgendwann völlig erschöpft sein und Dich eventuell auch abends total kaputt nach Hause schleppen. So vergeht Dir natürlich auch der Spaß an der Arbeit.

Sei Dir deshalb bewusst, dass Du als Introvertierte physiologisch anders „tickst“ als Deine extrovertierte Umwelt und Du deswegen unbedingt Pausen brauchst, um, vor allem auf der Arbeit, weiterhin leistungsfähig zu sein und Deine Arbeit gut zu machen.

 

2) Dein Gehirn braucht zwischendurch Ruhe

Wie bereits im obigen Punkt beschrieben sind die Gehirne von uns Introvertierten einfach anders gebaut und auch physiologisch anders ausgerichtet als die von Extrovertierten. Das hat jetzt auch nichts mit besser oder schlechter zu tun. Es ist einfach anders und diese Andersheit sollten gerade wir Introvertierte uns noch stärker bewusst machen und sie auch akzeptieren und respektieren. Nur so können wir ein gutes Leben mit unserer Introvertiertheit führen (und nicht ständig gegen sie leben).

Deswegen braucht unser Gehirn zwischendurch einfach mal Ruhe und dabei so wenig Außenreize wie möglich. Denn auch unser Gehirn möchte sich wieder regenerieren und so wieder zu neuer Energie kommen. Und das ist auch gut und wichtig. Denn wenn unser Gehirn immer auf Hochtouren läuft und nie Ruhe bekommt, kann es irgendwann wichtige Denkprozesse nicht mehr ausführen, sieht naheliegende Lösungen nicht, geschweige denn, dass ihm neue Ideen kommen. Das gilt übrigens auch nicht nur für uns Introvertierte!

Wenn Du Dein Gehirn also leistungsfähig halten willst, dann gönne ihm regelmäßige Pausen. Und denke daran: Es ist ja nicht so, dass Du Dich vor der Arbeit drückst, wenn Du eine Pause machst. Du sorgst dafür, dass Dein Gehirn und damit natürlich auch Du leistungsfähig bleiben.

 

3) Regelmäßige Pausen sind wichtig, um motiviert zu bleiben

Du hast emsig den ganzen Vormittag über gewerkt, merkst aber jetzt, dass Dir so nach und nach die Luft ausgeht? Das ist völlig normal, denn nach einer gewissen Zeit, in der wir sehr konzentriert gearbeitet haben, braucht unser Körper einfach eine Pause. Das ist sowohl bei Introvertierten als auch bei Extrovertierten so. Bei uns Introvertierten ist einfach diese gewisse Zeit kürzer als bei Extrovertierten und extrovertierte Menschen können, da sie einfach von Grund auf mehr Energie als wir Introvertierte zur Verfügung haben, trotzdem weitermachen, ohne dass sie sich gleich erschöpft und ausgelaugt fühlen.

Doch bevor Du Dich jetzt grämst und Deine Introvertiertheit als Last oder gar Strafe betrachtest, sieh es doch einfach mal so: Zwar legst Du jetzt eine Pause ein (und am besten nach einer gewissen Zeit noch eine), doch kommst Du von der Pause sehr motiviert und voller neuer, kreativen Ideen zurück. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Du Gelegenheit hattest, etwas an die frische Luft zu gehen und Dir vielleicht auch kurz die Beine zu vertreten. Es braucht auch nicht immer eine Spaziergang von einer halben oder gar einer Stunde zu sein. Auch Dehn- und Streckübungen oder tiefes Ein- und Ausatmen auf einem Balkon oder einer Terrasse wirken schon wahre Wunder.

Und wenn du anschließend voller neuer Motivation und neuem Elan an Deinen Platz zurückkommst, hat Dein (extrovertierter) Kollege vielleicht emsig weitergearbeitet, aber seine Motivation und auch sein Ideenreichtum ist jetzt gerade um einiges niedriger als Deiner! Und wenn sich besagter Kollege weiterhin keine Pausen gönnt, Du jedoch immer nach einiger Zeit kurz verschwindest, dann kannst Du sicher sein, dass er am Ende des Arbeitstages seine Aufgaben nur noch schleppend und lustlos erledigt, Du jedoch weiterhin motiviert und voller Energie gute Ergebnisse lieferst!

 

4) Deine Kreativität erhalten und ankurbeln durch regelmäßige Pausen

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass durch regelmäßige Pausen die Kreativität gefördert wird. Dazu wurden in wissenschaftlichen Institutionen diverse Tests durchgeführt. Wann immer die Mitarbeiter, die sich diesen Studien unterzogen haben, von einer Pause zurückkamen, waren sie deutlich kreativer und einfallsreicher. Und das nicht nur objektiv betrachtet: Die von den Mitarbeitern während dieser Studie zu lösende Aufgaben waren in der Gruppe, die Pausen machte, deutlich mehr von Kreativität geprägt als in der Gruppe, die keine Pausen machen durfte.

Auch ein kurzer Aufenthalt in der Natur zeigte deutliche Wirkung hinsichtlich der Kreativität. So gaben die Mitarbeiter an, dass ihnen durch den kurzen Spaziergang im Garten Einfälle für die Lösung eines Problems kamen, über das sie während des ganzen Vormittags gebrütet hatten.

Das habe ich auch am eigenen Leib erfahren: Wann immer ich mit einer Herausforderung oder einer schwierigen Situation, sei es im Privaten oder im beruflichen Umfeld, konfrontiert werde, gehe ich erst mal raus in die Natur. Hier kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen, ohne dass sie von irgendetwas abgelenkt werden. Manchmal ist es einfach der Spaziergang oder die kurze Wanderung selber, die mir hilft, meine Gedanken in Bewegung zu bringen, so dass neue Lösungsansätze auftauchen. Manchmal ist es aber auch ein seltsam geformter Baum, Zeichen in einer Baumrinde oder eine merkwürdig anmutende Flechte auf einem Stein. Ich sehe diese und die Lösung fällt mir sprichwörtlich wie „Schuppen aus den Haaren“ 🙂

Nimm Dir also die Zeit, gerade wenn Du eine Lösung für ein verzwicktes Problem suchst oder bei einer Entscheidung nicht weiterweist. Es lohnt sich! Denn die Natur ist die beste Ratgeberin, die Du finden kannst. Wenn Dich das interessiert, empfehle ich Dir folgenden Naturimpuls: Wie die Natur Dir Antworten auf Deine Fragen gibt

 

5) Auch Deinem Körper tun regelmäßige Pausen gut

Doch nicht nur Dein Kopf, Dein Gehirn und Deine inneren Energiereserven profitieren von einer Pause. Auch Deinen Körper freut es, wenn er aufstehen und sich bewegen darf. Vor allem, wenn wir den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, sind wir regelrecht träge und möchten uns gar nicht mehr bewegen.

Doch regelmäßige Bewegung tut uns und unserem Körper gut: Muskeln und Blut kommen in Schwung, unsere Lunge kann besser durchatmen (das natürlich vor allem an der frischen Luft) und die inneren Organe des unteren Rumpfes könne sich wieder ausdehnen (denn meistens sitzen wir in einer eher ungünstigen Position, so dass diese Organe doch sehr zusammengequetscht werden).

Daher sind regelmäßige Pausen also nicht nur zum Energietanken für uns Introvertierte enorm wichtig, auch unser Gehirn und unser Körper profitieren davon, wenn wir uns eine kurze Auszeit gönnen.

regelmäßige Pausen sind wichtig für Introvertierte

 

 

 

 

 

 

 

Deswegen sei nicht ärgerlich auf Dich oder Deine Introvertiertheit, sondern sei eher dankbar, dass du introvertiert bist. Denn dadurch, dass Dich diese Präferenz quasi dazu auffordert, Dir Deine regelmäßigen Pausen zu nehmen, schaffst Du Dir einen Abstand zur Arbeit und beugst so auch einem BurnOut vor.

Denn jemand, der ständig über sein eigentliches Energielevel hinaus arbeitet (und sehr viele Extrovertierte tun dies, da ihr Körper ihnen keine Aufforderungssignale schickt, mal eine Pause einzulegen), wird es von Mal zu Mal schwieriger finden abzuschalten und sich von der Arbeit zu lösen. Und irgendwann machen dann Körper, Geist und Seele nicht mehr mit und es endet in einem BurnOut.

Das kann natürlich auch uns Introvertierten passieren, vor allem dann, wenn wir nicht auf unsere Bedürfnisse hören und uns die nötigen Pausen mit den Rückzügen und dem Alleinsein, welches wir so dringend brauchen, gönnen.

Daher: Wertschätze Deine Introvertiertheit und sei froh, dass Dir diese immer anzeigt, wann es zu Viel und daher Zeit für eine Pause ist.

Und nun wünsche ich Dir ganz viele entspannte Natur-Momente für Deine Pausen,
Heidemarie

2 Kommentare

  1. Schöner Artikel zu einem soo wichtigen Thema!

    Offenbar nennst Du die Menschen introvertiert, die ich hochsensibel nenne… wie auch immer man sie nennt, sie sind eben anders und brauchen andere Regeln. Stmme Dir voll und ganz zu!

    Herzlichst
    Johanna

    • Hallo liebe Johanna,
      vielen Dank für Dein Lob zu dem Beitrag. Ja, sowohl Introvertierte als auch Hochsensible Menschen brauchen regelmäßige Pausen. Das ist sehr wichtig.

      Allerdings ist Introvertiertheit und Hochsensibilität nicht das gleiche. Es wird zwar häufig in einen Topf geworfen, jedoch hat es nur bedingt miteinander zu tun. Natürlich gibt es Introvertierte, die auch hochsensibel sind oder ungekehrt. Jedoch gibt es auch introvertierte Menschen die nicht hochsensibel sind oder auch Hochsensible, die extrovertiert sind.

      In einem der nächsten Beiträge werde ich dieses Thema (Unterscheidung zwischen Introversion und Hochsensibilität) aufgreifen und näher beleuchten. Daher vielen Dank, dass Du dieses Thema bereits angestoßen hast.

      Viele herzliche Grüße,
      Heidemarie

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