6 Tipps wie Du als Introvertierte auf der Arbeit mit Unterbrechungen umgehen kannst

Gepostet von am Feb 8, 2019 in Introvertiertheit im Job | Keine Kommentare

6 Tipps wie Du als Introvertierte auf der Arbeit mit Unterbrechungen umgehen kannst

Wir Introvertierte vertiefen uns gerne komplett in eine Sache und durchdenken alles bis ins letzte Detail. Das ist eine unserer großen Stärken.

Doch was machst Du auf der Arbeit, wenn ständig Kollegen zu Dir ins Büro kommen und Dich in deinen Gedankengängen und Überlegungen unterbrechen? Auf Dauer kann das ziemlich frustrierend sein. Denn anschließend müssen wir uns mühsam wieder in die zuvor unterbrochene Arbeit hineindenken. Und das kostet Zeit!

Deswegen möchte ich Dir in diesem Naturimpuls 6 Tipps geben, wie Du auf der Arbeit am besten mit solchen Unterbrechungen umgehen kannst.

1) Unterbrechungen auf der Arbeit von vorneherein vermeiden

Wenn Du weißt, dass Du Dich gleich an eine wichtige Aufgabe setzen wirst, die Dir sämtliche Konzentration abverlangt und die Du auch am Stück bearbeiten möchtest, dann unterbinde bereits im Vorfeld Unterbrechungen.

Das kannst Du zum Beispiel tun, indem Du Deine Bürotür zumachst. Die meisten Menschen lassen sich durch eine geschlossene Bürotür am Eintreten hindern.

Solltest Du es mit Kollegen zu tun haben, die eine geschlossene Tür nicht stört und die trotzdem – mit oder ohne Anklopfen (ja, auch das gibt es!) – ins Zimmer kommen, dann bringe gleich draußen an der Tür ein Türschild an. Zum Beispiel mit den Worten: „Wichtiger Abgabetermin – Bitte nicht stören!“

In der Zeit, in der Deine Bürotür geschlossen ist (und Du vielleicht auch ein Türschild außen angebracht hast), gehe auch nicht ans Telefon oder beantworte E-Mails. Bei den meisten Telefonen kann man den Klingelton abstellen und auch die Eingangsbestätigungsklingel kann in den allermeisten E-Mail-Programmen abgestellt werden. So bist du wirklich ungestört und kannst Dich voll und ganz auf Deine Aufgabe konzentrieren.

Ganz wichtig: Gehe erst wieder ans Telefon oder beantworte E-Mails, wenn Du Deine Aufgabe abgeschlossen bzw. die Bürotür wieder geöffnet hast!

2) Sei es Dir wert, Unterbrechungen nicht zu dulden

Wie oben schon geschrieben, denken wir Introvertierte uns sehr häufig tief und gründlich in eine Sache hinein. Umso ärgerlicher ist es, wenn ein Kollege mit einer Frage kommt, die nicht sofort beantwortet zu werden braucht und auch nicht dringend ist, die Dich jedoch aus Deiner Konzentration herausreißt. Sich nach der Unterbrechung wieder auf die Aufgabe zu konzentrieren, erfordert häufig das Doppelte an Zeit – und das nicht nur bei uns Introvertierten!

Sei es Dir und Deiner Lebens- und Arbeitszeit daher wert, Unterbrechungen von vorneherein und klar und deutlich zu unterbinden.

Wenn also zum Beispiel ein Kollege mit einer Frage bei Dir im Zimmer steht, sage ihm klipp und klar, dass Du jetzt keine Zeit hast, und er entweder später wiederkommen (am besten hier auch eine Zeit vorgeben) oder Dir am besten gleich eine E-Mail schreiben soll mit dieser Frage. Bei letzter Option hast Du die Möglichkeit selber zu entscheiden, ob du mit der Antwort zu dem Kollegen hingehen willst oder ihm einfach per E-Mail antwortest.

Übrigens: Auch wenn der Kollege sagt, es sei nur eine „ganz kurze Frage“ und werde auch bestimmt schnell gehen, lass das nicht gelten! Du bist jetzt mit einer andern Aufgabe beschäftigt und hast das Recht, Dich dieser vollständig zu widmen.

Notfalls sage dem Kollegen ganz vehement, dass Du seine Frage jetzt nicht beantworten wirst und später auf ihn zukommst.

3) Sei es Dir wert, Dir Unterbrechungen notfalls rigoros zu verbitten

Wenn die andere Person sehr darauf drängt, ihre Frage beantwortet zu bekommen und auch unwirsch oder sogar ärgerlich wird, dann sei es Dir wert, hier zu Dir zu stehen und auf gar keinen Fall klein beizugeben. Denn wenn Du das einmal machst, wird diese Person sich das merken und es ständig wieder probieren.

Stehe in so einem Fall auf (wenn Du bis dahin gesessen haben solltest) und sage laut und deutlich, dass Du zum Beispiel eine wichtige Deadline für diese Aufgabe hast, Du mit dem Kollegen aber gerne zusammen zum Abteilungsleiter etc. gehst, um zu sehen, ob man seiner Frage eine höhere Priorität als der Aufgabe, die Du bearbeitest, einräumen sollte.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die allermeisten Kollegen „kuschen“ sobald vom Chef die Rede ist…

Und wenn Du das jetzt etwas hart oder sogar übertrieben findest: Ist es nicht auch von dem Kollegen übertrieben bzw. sogar ziemlich unverschämt, dass er der Beantwortung seiner Frage einen höheren Stellenwert einräumt als Deiner Aufgabe? Ich finde ja. Daher hast Du hier das Recht, alle Register zu ziehen…

4) In E-Mails oder in Teammeetings offen den Umgang mit Unterbrechungen ansprechen

Das solltest Du vor allem dann tun, wenn Du häufiger in Deiner Arbeit durch Kollegen unterbrochen wirst. Oder wenn die ersten drei Tipps so gar nicht greifen. Das kann zum Beispiel sein, wenn Du sehr extrovertierte Kollegen hast, die so gar nicht verstehen, warum Dir diese Unterbrechungen so viel ausmachen. Oder aber auch bei Kollegen, die sehr egozentrisch sind und sich deswegen, zumindest ihrer Meinung nach, immer alles nur um sie drehen sollte.

In solchen Fällen hast Du zwei Möglichkeiten. Entscheide ganz spontan, welche davon Dir lieber ist und sich auch besser mit Deiner Introvertiertheit vereinbaren lässt:

Die erste Möglichkeit besteht darin, eine E-Mail an das ganze Team zu schreiben, inklusive Deines Abteilungsleiters. In dieser E-Mail beschreibst Du kurz frühere Situationen, in denen Du bei einer wichtigen Arbeit unterbrochen wurdest (jedoch ohne Namen zu nennen) und formulierst anschließend Deinen Wunsch nach Ungestörtheit. Auch kannst Du ganz deutlich schreiben, dass Du bei sehr wichtigen Aufgaben zukünftig Deine Bürotür schließen wirst, so dass jeder sehen kann, dass es zurzeit für eine Frage nicht passt und derjenige eben später wiederkommen muss (oder Dir eine E-Mail schreiben kann, die Du nach Beendigung der wichtigen Aufgabe beantwortest).

Die zweite Möglichkeit besteht darin, diesen Punkt auf die Agenda eines anstehenden Teammeetings zu setzen bzw. setzen zu lassen. Und dann diese Situation klar und deutlich im Teammeeting anzusprechen.

Wenn Du diese Möglichkeit wählst, bereite Dich sehr gut darauf vor und sammle auch Argumente, mit denen Du Deinen Wunsch nach Ungestörtheit erklärst. Denn es wird mit Sicherheit Kollegen geben, die Deinen Wunsch nicht verstehen und deswegen dagegen argumentieren werden.

5) Dich nicht auf langwierige Diskussionen oder Rechtfertigungen einlassen

Dass ist ganz besonders wichtig! Du brauchst keine lange Begründungen dazu abzugeben noch Dich für irgendetwas zu rechtfertigen. Erkläre Deinen Wunsch nach Ungestörtsein, wenn Du bei einer wichtigen Aufgabe bist, kurz und knapp, wenn Dich jemand danach fragt. Sollte einer Deiner Kollegen das nicht verstehen (und einige Extrovertierte tun sich tatsächlich sehr schwer damit), dann erwidere, dass Du alles dazu notwendige eben gesagt hast und weise auch noch mal explizit darauf hin, dass ständige Unterbrechungen ineffektiv als auch ineffizient sind und man dabei Gefahr läuft, wichtige Arbeiten nicht mehr fristgerecht erledigen zu können. Davon abgesehen, dass es zusätzlichen Stress mit sich bringt!

6) Deinen Wunsch nach Ungestörtsein bei Bedarf öfters wiederholen

Wir Introvertierte haben ja nicht nur sprichwörtlich eine lange Leitung (weiteres dazu findest Du im Naturimpuls Sind Introvertierte tatsächlich so langsam? Oder: Warum Du Dir als Introvertierte Deine Zeit nehmen solltest.) Doch auch bei einigen Extrovertierten hat man manchmal dieses Gefühl.  Sie verstehen etwas partout nicht und man muss es mehrfach wiederholen. Dass liegt jedoch weniger an den von ihnen benutzen, schnelleren Nervenbahnen, sondern einfach daran, dass sie einer Sache weniger Aufmerksamkeit schenken, öfters neue Stimuli von außen benötigen und daher auch alte Sachen relativ schnell vergessen.

Ärgere Dich also nicht zu sehr darüber, wenn der extrovertierte Kollege etwas dumm aus der Wäsche schaut, wenn Du ihm sagst, dass Du zurzeit keine Zeit hast für ihn, sondern Dich Deiner Aufgabe widmen möchtest. In den meisten Fällen ist es weder Dreistigkeit (á la „man kann’s ja mal wieder probieren“) noch Respektlosigkeit Dir gegenüber (á la „die hat doch gar keine so wichtigen Aufgaben“), sondern Dein Kollege hat es schlicht und ergreifend (mal wieder) vergessen.

Erinnere ihn in so einem Fall zwar freundlich, aber weiterhin klar und deutlich daran, dass Du bei wichtigen Aufgaben nicht gestört werden möchtest, und dass er mit seinem Anliegen entweder später wiederkommen oder Dir eine E-Mail schreiben soll. Und dann widme Dich wieder Deiner Aufgabe.

Jetzt solltest Du gut gerüstet sein, um mit Unterbrechungen auf der Arbeit souverän umgehen zu können.

Du kennst Diese Probleme nur zu gut aus Deiner Arbeitswelt, hast jedoch eine andere Methode für Dich gefunden, mit diesen Unterbrechungen umzugehen? Prima! Wenn Du magst, kannst Du diese gerne in einem Kommentar unter diesem Beitrag mit uns allen teilen. Ich freue mich auf Deine Anregungen.

Damit wünsche ich Dir jetzt viele entspannte Natur-Momente ohne Unterbrechungen
Heidemarie


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